Die Geschichte der Theologischen Fakultät Teil I

Herzog Christian AlbrechtDie Theologische Fakultät ist eine der vier Gründungsfakultäten der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. Als Herzog Christian Albrecht die nach ihm benannte Universität 1665 mit 17 Professoren und 162 Studenten im Gebäudekomplex des ehemaligen Franziskanerklosters einrichtete, wurde den drei Theologieprofessoren und ihren etwa 80 Studenten der größte Hörsaal zugewiesen, durch dessen Fenster die Studenten ihren Blick durch Gärten auf das Wasser des Kleinen Kiel schweifen lassen konnten.

Bedenken gegen die Gründung der Universität

Der Gebäudekomplex des 1242 gegründeten Klosters, der seit der Reformationszeit kommunal genutzt wurde, lag am damaligen Stadtrand - und dies auch in übertragener Hinsicht, denn die Kieler Bürger beobachteten die Studenten anfangs argwöhnisch. Gegen die Universitätsgründung hatten sie schwere Bedenken geäußert, weil Studenten „mit Fressen, Sauffen und allerley leichtfertigem Wesen sehr ärgerlich seyn“ könnten. Heute sind vom Franziskanerkloster nach den Kriegsschäden von 1944 nur noch der Westflügel des Kreuzgangs und das Refektorium erhalten, über denen seit 1950 das Evangelische Studierendenwohnheim „Kieler Kloster“ untergebracht ist.

Theologie und Rechtswissenschaft nehmen die beherrschende Stellung ein

Die Universität, basierend auf einem bereits 1652 verliehenen Privileg Kaiser Ferdinands III., wurde aus den Einkünften des seit 1566/67 als landesherrliche Gelehrtenschule genutzten Augustiner-Chorherrenstifts in Bordesholm finanziert und erhielt dessen Bibliothek. Sie bildete als Landesuniversität für das Herzogtum Gottorf, welches Teile Holsteins und Schleswigs umfasste, vor allem Geistliche und Beamte für den Landesdienst aus,die zu zweijährigem Studium in Kiel verpflichtet waren (bis 1867). Entsprechend nahmen die Theologische und die Juristische Fakultät bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts eine beherrschende Stellung ein.

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