Systematische Theologie

Professur für Systematische Theologie mit dem Schwerpunkt Dogmatik


Das Forschungsinteresse der Professur für Systematische Theologie mit dem Schwerpunkt Dogmatik (Prof. Dr. Hartmut Rosenau)  gilt der Ausarbeitung einer sapientialen Dogmatik im Anschluss an Traditionen alttestamentlicher Weisheitstheologie. Sie nimmt die gegenwärtigen Erfahrungen von Gottesferne auf und versucht entsprechend den Umgang mit traditionellen Glaubensinhalten auch im Blick auf eine angemessene Form ihrer Vermittlung in einer „postchristlichen“ Zeit neu zu gestalten. Nach einer allgemeinen Grundlegung konzentriert sich nun die Forschung auf das mit der Erfahrung von Gottesferne eng verbundene Theodizeeproblem und seine mögliche Lösung.

Vor diesem Hintergrund geht Priv.-Doz. Dr. theol. Philipp David (Wiss. Mitarbeiter von Prof. Rosenau und Akademischer Rat am Institut für Systematische Theologie) den innentheologischen Ursachen der gegenwärtigen Erfahrung von Gottesferne genauer nach, die in jüngerer Vergangenheit insbesondere mit dem Historismusproblem und der Proklamation des „Todes Gottes“ gegeben sind. Beides provoziert eine neue - existenzielle - Zugangsweise zur Theologie einschließlich einer Neuausrichtung einer Theologie der Religionen.

Im weiteren Umfeld des hier entwickelten sapientialen Ansatzes in der Dogmatik wie in der Religionsphilosophie entstehen zur Zeit Dissertationen, die sich mit einer Apologie der christlichen Trinitätslehre im Blick auf einen interreligiösen Dialog zur Förderung von Versöhnung und Toleranz (Frau Rahmadwati Yu-Riemer), mit der Krise des reformatorischen Schriftprinzips und ihrer möglichen Überwindung (Frau Kinga Zeller), mit einer post-metaphysischen Lösung des Theodizeeproblems (Frau Jasmin Donath), mit einer religionsphilosophischen Grundlegung von Vorstellungen einer postmortalen Auferstehung (Herr Christian Krause) sowie mit den anthropologischen Voraussetzungen der Religionskritik (Frau Dinerzad Bauer) beschäftigen. 

Professur für Systematische Theologie mit Schwerpunkt Ethik
 

Aktueller Arbeitsschwerpunkt von Prof. Dr. André Munzinger bildet die Ethik als Kulturtheorie, wie sie auf der Basis der Impulse Friedrich Schleiermachers ausgeführt wird. Dabei kann die normative Dimension menschlicher Entwicklung in eine Kulturgeschichte eingezeichnet werden. Besonderes Augenmerk erhalten die Kulturtechniken des Vertrauens und der Kritik, die in der reformatorischen Tradition eine freiheitliche Ausprägung erhalten. Zum einen wird die kulturtheoretische Perspektive vertieft, indem die Genese des Werkes von Friedrich Schleiermacher aus biblischen und platonischen Traditionen rekonstruiert wird. Dieser Aspekt wird durch die Verbindung zur Kieler Schleiermacher-Forschungsstelle und der dort herausgegebenen Kritischen Gesamtausgabe verstärkt. Zum anderen stehen Fragen der Entwicklungszusammenarbeit und der interkulturellen Herausforderungen durch Migration und globalen Wandel im Mittelpunkt. Die kulturtheoretische Perspektive auf die Ethik erweist sich in diesen Problemlagen als besonders fruchtbar.

Wiss. Ang. Christiane Nagel promoviert über den Versuch einer wissenschaftstheoretischen Verhältnisbestimmung von Theologie und Religionswissenschaft anhand ihrer unterschiedlichen Fragestellungen. Wiss. Ang. Stefanie Christine Hertel-Holst untersucht in ihrem Dissertationsvorhaben die Rezeption der Feindesliebe als Handlungsgebot in ausgewählten theologisch-ethischen Konzepten und Diskursen des 20 Jh.