Neutestamentliches Forschungskolloquium Kiel-Tartu

Im Rahmen der Erasmus-Partnerschaft mit der Universität Tartu fand vom 04. bis 06. Mai 2012 ein neutestamentliches Forschungskolloquium an der dortigen Theologischen Fakultät statt. Es bot vor allem Doktorandinnen und Doktoranden sowie Post-Docs des Tartuer Department of New Testament Studies und des Instituts für Neutestamentliche Wissenschaft und Judaistik der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel die Gelegenheit, einen Einblick in ihre aktuellen Forschungsprojekte zu geben und erste Ergebnisse zur Diskussion zu stellen.

Die gehaltenen Referate spiegeln den transdisziplinären Charakter der neutestamentlichen Wissenschaft. Das thematisch breite Spektrum reichte von aktuellen Fragen der historischen Jesusforschung im Kontext neuerer methodischer Ansätze über hermeneutische Aspekte des paulinischen Schriftverständnisses, Übersetzungsprobleme neutestamentlicher Texte, das soziokulturelle Setting der galatischen Gemeinden im römischen Kleinasien und die theologische wie historische Plausibilisierung kanonsgeschichtlicher Prozesse im 2. Jahrhundert bis hin zur Rezeption der Psalmen in den Qumranschriften (11Q05).

Zu den Kieler Teilnehmern gehörten Prof. Dr. Enno Edzard  Popkes, Prof. Dr. Dieter Sänger, wiss. Ang. Felix John (Doktorand), Christiane Böhm (Doktorandin). Das von Prof. Dr. Peeter Roosimaa in Zusammenarbeit mit seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern organisierte Kolloquium markiert den Beginn künftig alle zwei Jahre stattfindender mehrtägiger Zusammenkünfte. Sie sollen neben dem wissenschaftlichen Austausch der Planung und Koordinierung gemeinsamer Forschungsvorhaben dienen. Das nächste Treffen ist für Mai/Juni 2014 in Kiel vorgesehen.

In den vergangenen Jahren hat es bereits intensive Kontakte zwischen den neutestamentlichen Fachvertretern beider Theologischer Fakultäten gegeben. 2010 hielt Prof. Sänger anlässlich der Universitätstage eine Gastvorlesung in Tartu. Prof. Roosimaa wurde im Juni 2011 nach Kiel eingeladen. Im Rahmen seines zweiwöchigen Aufenthalts stellte er sein aktuelles Forschungsprojekt vor und referierte über die narrative Gestalt des Markusevangeliums. Förderprogramme für den wissenschaftlichen Nachwuchs sollen dazu beitragen, die gewachsenen Verbindungen zwischen dem Department for New Testament Studies der Universität Tartu und dem Kieler Institut für Neutestamentliche Wissenschaft und Judaistik auch in diesem Bereich zu verstetigen und weiter zu intensivieren. Das International Center der CAU hat bereits zugesagt, den beiderseitigen Austausch auch weiterhin finanziell zu unterstützen.

Dieter Sänger

 

 Kolloquium Tartu 2012