Gleichstellungskonzept der Theologischen Fakultät

Im Schöpfungsbericht lesen wir, dass Gott den Menschen nach seinem Ebenbild schuf, als Mann und Frau (Gen 1,27). Weder wird hier eine Wertung vorgenommen, noch eine Rangfolge begründet − die reine Zweigeschlechtlichkeit hingegen ist historisch bedingt. Und auch die neutestamentliche Forschung zeigt, dass zu den Anhängern Jesu sowohl Frauen als auch Männer gehörten. Der Apostel Paulus gibt in seinem ersten Brief an die Korinther eine Antwort, die den Kern der Gleichstellung aller Gemeindemitglieder begründet: Er spricht nicht von Frauen und Männern, Alten und Jungen, Reichen und Armen, sondern von den unterschiedlichen Geistesgaben (Charismen), mit denen wir gesegnet sind. Jeder einzelne Mensch hat seine Begabungen, die er in die Gemeinschaft einbringen kann und soll, um diese zu bereichern. Es ist also ein Leib und viele Glieder und in einem Geist sind alle zu einem Leib getauft worden (1.Kor 12,12ff.).


Diese Perspektive negiert nicht die Relevanz der Genderarbeit, setzt den Fokus aber ressourcenorientiert und geht dadurch über die Gleichstellung von Geschlechtern hinaus. Uns ist die allgemeine Heterogenität an der Theologischen Fakultät wichtig, um uns stets neu inspirieren zu lassen, innovativ zu arbeiten und unterschiedliche Gaben synergetisch zu nutzen.


Wir sehen uns in der Verantwortung, diese Gleichstellung trotz individueller Unterschiedlichkeiten an unserer Fakultät zu wahren und jedweder Diskriminierung entgegenzutreten. Wir bringen uns sowohl in Gremien als auch im studentischen Alltag aufmerksam ein, um Ausgrenzung, Stigmatisierung und vermeintlich positive Diskriminierung zu verhindern.