Aufgaben und Schwerpunkte des Instituts

Die Alttestamentliche Wissenschaft befasst sich mit dem kulturellen Erbe des antiken Israel, dem Alten Testament und dessen Wirkungsgeschichte bis in die Gegenwart hinein. Zu den Forschungsgebieten der Alttestamentlichen Wissenschaft gehören mithin die Literaturgeschichte des Alten Testaments, die Geschichte Syrien-Palästinas im 2. und 1. Jahrtausend v. Chr., die Religions- und Theologiegeschichte des antiken Israels sowie die nordwestsemitischen Sprachen, insbesondere das Biblische Hebräisch und das Biblische Aramäisch. Als altorientalistische Disziplin arbeitet die Alttestamentliche Wissenschaft mit der Assyriologie, der Ägyptologie, der Semitistik, der Klassischen Philologie und der Judaistik zusammen; Lesen Sie hier weiter... als theologische Disziplin befindet sich die Alttestamentliche Wissenschaft zugleich im Gespräch mit der Neutestamentlichen Wissenschaft, der Kirchengeschichte sowie der Systematischen und der Praktischen Theologie.

Die Biblische Archäologie (Archäologie Palästinas) befasst sich mit der materiellen Kultur Palästinas von der prähistorischen bis in die islamische Zeit (z. B. der Architektur, Keramik, Numismatik, Sigillographie) und schwerpunktmäßig mit den palästinischen Lokalkulturen des 2. und 1. Jahrtausends v. Chr. (z. B. der Israeliten und Judäer, Ammoniter, Moabiter, Philister, Phönizier, Aramäer und präislamischen Araber). Die Biblische Archäologie arbeitet interdisziplinär vor allem mit der Vorderasiatischen, Klassischen und Christlichen Archäologie zusammen.

Am Kieler Institut für Alttestamentliche Wissenschaft und Biblische Archäologie wird an dem einen der beiden Lehrstühle (Prof. Dr. Markus Saur) schwerpunktmäßig die Theologie- und Literaturgeschichte des antiken Israel rekonstruiert. Gegenwärtige Arbeitsschwerpunkte bilden die Psalmen- und Psalterforschung, die Prophetenexegese, insbesondere das Ezechielbuch und das Dodekapropheton, sowie die Interpretation der alttestamentlichen Weisheitsliteratur.

Der andere der beiden Lehrstühle (Prof. Dr. Ulrich Hübner) vertritt schwerpunktmäßig das Fach Biblische Archäologie. Damit ist das Kieler Institut eine der wenigen universitären Einrichtungen für dieses Fach in Deutschland. Aktuelle Arbeitsschwerpunkte bilden die Erforschung der Geschichte und Kulturen des antiken Jordaniens (vor allem der Edomiter und Nabatäer), der Geld- und Münzgeschichte des antiken Palästinas und die Geschichte der Erforschung Palästinas im 19. und frühen 20. Jahrhundert. Seit mehreren Jahren werden feldarchäologische Surveys in Südjordanien durchgeführt. Darüber hinaus wird die weitere Publikation der mittel- und spätbronzezeitlichen Tempelanlagen von Kamid el-Loz (Libanon) vorbereitet.

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