Aufgaben und Schwerpunkte des Instituts

Die Mitglieder des Instituts lehren und erforschen die Geschichte des frühen Christentums in den ersten beiden Jahrhunderten sowie die Geschichte des antiken Judentums.

  • Theologiegeschichtlich werden die religiösen Äußerungen der verschiedenen christlichen und jüdischen Gruppen beleuchtet;
  • sozialgeschichtlich deren soziale Rahmenbedingungen;
  • religionsgeschichtlich deren pagane Umwelt vor allem im hellenistisch-römischen Kulturraum. Lesen Sie hier weiter... Letzterer erschließt sich nicht nur durch literarische, sondern auch durch epigraphische und archäologische Zeugnisse.
  • Hermeneutisch befragt die Neutestamentliche Wissenschaft die antiken Texte auf ihre Relevanz für gegenwärtiges Lehren und Leben und entwickelt dabei Kriterien, wie es zu solchen gegenwartsbezogenen Aussagen kommen kann.
  • Wirkungsgeschichtlich zeichnet sie nach, welches Sinn- und Innovationspotential vor allem die neutestamentlichen Texte im Laufe der Kirchengeschichte entfalteten - eine neue Forschungsrichtung, die der hermeneutischen Diskussion wertvolles Material liefert.


Zu den in den Originalsprachen studierten literarischen Zeugnissen der frühen christlichen und jüdischen Gruppen gehören nicht nur die neutestamentlichen Schriften und das gesamte hellenistisch-jüdische Schrifttum, sondern neben vielen anderen auch die berühmten Qumrantexte vom Toten Meer. Die neutestamentlichen wie die anderen antiken Texte werden den Studierenden in Vorlesungen, Seminaren und Übungen sowohl in diachroner als auch in synchroner Perspektive nahegebracht. D.h., die sich oft über Jahrzehnte erstreckende Entwicklung der literarischen Zeugnisse wird (diachron) nachgezeichnet, und jede Textschicht wird für sich nach ihrem Gehalt und ihrem "Sitz im Leben" befragt (synchron) unter Einbeziehung neuester literaturwissenschaftlicher Methoden. So entsteht als Rahmenbedingung für das adäquate Verstehen eines höchst wirkungsvollen Grunddokuments der abendländischen Kultur, nämlich des Neuen Testaments, eine Gesamtanschauung der für das frühe Christentum relevanten Umwelt.

Forschungsfelder am Institut:

  • Im Bereich des Frühjudentums der hellenistischen und römischen Epoche liegen Schwerpunkte auf den Qumrantexten und dem hellenistischen Judentum.
  • Daneben wird das Urchristentum von Jesus von Nazareth bis zum Übergang in die Alte Kirche vor allem unter theologiegeschichtlichen Gesichtspunkten durchleuchtet; das Interesse gilt hier im besonderen den paulinischen Schriften, den johanneischen Gemeinden und dem Wirken Jesu von Nazareth.
  • Ferner wird der hellenistisch-römische Hintergrund des frühen Juden- und Christentums ausgeleuchtet; neben den literarischen Überlieferungen werden hierbei epigraphische und archäologische Quellen berücksichtigt.
  • Last but not least wird im interdisziplinären Dialog das frühe Christen- und Judentum im Lichte psychologischer und soziologischer Modelle betrachtet; dabei spielt Methodologie ebenso eine Rolle wie wissenssoziologisches Annähern an die frühchristliche Theologiegeschichte.

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