Die Kritische Schleiermacher-Gesamtausgabe

I. Das Projekt

Eine historisch-kritische Gesamtausgabe der Werke und Briefe Friedrich Daniel Ernst Schleiermachers (1768–1834) war lange ein Desiderat. Die alte Ausgabe „Sämmtliche Werke“, die seine Schüler bald nach seinem Tod in Zusammenarbeit mit dem Berliner Verlag G. Reimer veranstalteten, stammt aus den Jahren 1834–1864. Diese Ausgabe bot in drei Abteilungen (Theologie, Predigten, Philosophie) mit insgesamt 31 Bänden seine Schriften, Vorlesungen und Predigten schon gegenüber ihrer eigenen Planung nur lückenhaft dar. Sie war in mehrfacher Hinsicht unzulänglich. So berücksichtigte sie bei den Druckschriften jeweils nur die letzte von Schleiermacher besorgte Auflage. Sein literarischer Nachlass ist in ihr nur teilweise und zumeist in völlig ungenügender Weise ediert worden. Umfängliche Nachlassbestände (Manuskripte, Nachschriften, Briefe und biographische Materialien) sind durch sie und die nachfolgende Forschung noch nicht erschlossen. Auch Schleiermachers Briefwechsel, der in der Ausgabe „Sämmtliche Werke“ nicht enthalten ist und nur in verstreuten kleineren und größeren Sammlungen auswahlweise vorliegt, ist der Ergänzung und der Revision in höchstem Maße bedürftig. Zudem blieben Schleiermachers Übersetzungen, prominent die Übersetzung der Werke Platons, unberücksichtigt.

Das Bedürfnis nach einer historisch-kritischen Schleiermacher-Gesamtausgabe hat im 20. Jahrhundert drei Vorstöße ausgelöst. Die ersten beiden blieben erfolglos. Eine von zahlreichen Gelehrten unterstützte Initiative Hermann Mulerts im Jahr 1927, mit Blick auf das Gedenkjahr 1934 die Preußische Akademie der Wissenschaften zu einer Edition zu bewegen, scheiterte ebenso wie eine Sondierung der Heidelberger Akademie der Wissenschaften im Jahr 1961, wohl auf das Jubiläumsjahr 1968 abzielend. Erst die jetzige dritte Initiative war erfolgreich.

Die Kritische Gesamtausgabe (KGA) ist seit 1972 durch Hans-Joachim Birkner (Kiel) in Zusammenarbeit mit Gerhard Ebeling (Zürich), Hermann Fischer (Hamburg) und Heinz Kimmerle (Rotterdam) vorbereitet und im September 1975 an der Schleiermacher-Forschungsstelle in der Theologischen Fakultät der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel begonnen worden, dank der Förderung durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft und durch den Verlag Walter de Gruyter, den Nachfolger des Verlags Georg Reimer, in dem die meisten von Schleiermachers Schriften erschienen sind. Seit September 1979 wurde das Editionsvorhaben auch über die Schleiermachersche Stiftung durch das Land Berlin, die Evangelischen Kirche der Union und die Evangelische Kirche in Berlin-Brandenburg gefördert; dazu wurde an der Kirchlichen Hochschule Berlin eine zweite Forschungsstelle unter der Leitung von Kurt-Victor Selge gegründet. Die Berliner Forschungsstelle ist nach wechselnder Trägerschaft seit 1994 in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften beheimatet. Beide Forschungsstellen nehmen am Akademienprogramm teil: Der Kieler KGA-Anteil wird seit 1984 von der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen, der Berliner KGA-Anteil seit 1999 von der Berlin-Brandenburgischen Akademie betreut.

Der Herausgeberkreis erfuhr in den 1990er Jahren größere personelle Veränderungen: Hans-Joachim Birkner verstarb 1991, Gerhard Ebeling und Heinz Kimmerle beendeten 1995 bzw. 1996 ihre Herausgeberschaft; im Gegenzug wurden 1994 Günter Meckenstock (Kiel) sowie 1997 Ulrich Barth (Halle) und Konrad Cramer (Göttingen) in den Herausgeberkreis gewählt. Einen erneuten größeren Wechsel, um die langfristige Kontinuität der Editionsarbeit zu sichern, gab es, als 2009 Kurt-Victor Selge sowie 2011 Konrad Cramer und Hermann Fischer ihre Herausgeberschaft aufgaben; dafür traten 2011 Andreas Arndt (Berlin), Lutz Käppel (Kiel) und Notger Slenczka (Berlin) in den Herausgeberkreis ein. Ulrich Barth schied 2013 aus; Jörg Dierken (Halle) wurde 2014 sein Nachfolger.

 

Handschrift 

II. Die Konzeption

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Die historisch-kritische Gesamtausgabe der Schriften, des Nachlasses und des Briefwechsels, die seit 1980 erscheint und im Gedenkjahr 2034 abschlossen sein soll, ist in die folgenden fünf Abteilungen gegliedert:

I. Schriften und Entwürfe,

II. Vorlesungen,

III. Predigten,

IV. Übersetzungen,

V. Briefwechsel und biographische Dokumente.

Die Gliederung ist an den literarischen Gattungen in Schleiermachers Werk orientiert, wobei in die einzelnen Abteilungen jeweils auch der zugehörige handschriftliche Nachlass eingeordnet wird. Die Gliederung in den Abteilungen und in den Einzelbänden ist durch die zeitliche Abfolge der Texte bestimmt. 

Für die editorische Arbeit, die in den fünf Abteilungen jeweils auf die verschiedenen Gattungen von Textzeugen und die unterschiedliche Materiallage ausgerichtet ist, gelten besonders folgende Regeln:

1.   Historische Einführung und Editorischer Bericht

Jedem Band wird eine Einleitung vorangestellt, die eine Historische Einführung und einen Editorischen Bericht umfasst. Die Historische Einführung gibt Auskunft über die Entstehung und Überlieferung der edierten Texte; gegebenenfalls wird über die unmittelbare Rezeption (Rezensionen, Reaktionen von Zeitgenossen etc.) berichtet. Der Editorische Bericht erläutert und begründet die Gestaltung der Ausgabe, soweit sie sich nicht aus den allgemeinen editorischen Grundsätzen ergibt.

2.   Text und textkritischer Apparat

a) Alle Textzeugen werden in ihrer letztgültigen Gestalt wiedergegeben. 

b) Wortlaut, Schreibweise und Zeichensetzung der zu edierenden Textzeugen werden grundsätzlich beibehalten.

c) Offenkundige Druck- oder Schreibfehler werden im Text korrigiert. Im textkritischen Apparat wird – ohne weitere Angabe – der Textbestand des Originals angeführt.

d) Wo der Zustand des Textes eine Konjektur nahelegt, wird diese mit der Angabe „Kj . . .“ im textkritischen Apparat vorgeschlagen. 

e) Belege für den Entstehungsprozess (wie Zusätze, Umstellungen, Streichungen, Korrekturen, Entstehungsstufen) werden im textkritischen Apparat – nach Möglichkeit gebündelt – mitgeteilt.

3.   Sachapparat

a) Von Schleiermacher gegebene Zitate und Verweise werden im Sachapparat nachgewiesen. Dabei wird nach Möglichkeit sowohl die von Schleiermacher benutzte Ausgabe als auch eine heute maßgebliche Ausgabe angeführt. Zur Ermittlung der von Schleiermacher benutzten Ausgabe wird der Bestand von Schleiermachers Bibliothek besonders beachtet, wie er durch die Angaben des Rauchschen Auktionskatalog sowie der Hauptbücher des Verlages G. Reimer belegt und in KGA I/15 veröffentlicht ist.

b) Zu Anspielungen Schleiermachers werden Nachweise oder Erläuterungen nur dann gegeben, wenn die Anspielung als solche deutlich, der fragliche Sachverhalt eng umgrenzt und eine Erläuterung zum Verständnis des Textes nötig ist.

4.   Variantenapparat

Liegen zu einem Quellentext zwei oder mehrere authentische Textzeugen vor, so werden die Textabweichungen in einem Variantenapparat mitgeteilt. Der Variantenapparat wird technisch wie der textkritischen Apparat gestaltet.

5.   Verzeichnisse und Register

Jeder Band erhält ein Abkürzungsverzeichnis, ein Literaturverzeichnis, ein Namensregister und, soweit es von den Texten her sinnvoll ist, ein Register der Bibelstellen, der Quellenchronologie und anderer belangvoller Materialien.

6.   Druckgestaltung

a) Satzspiegel. Es werden untereinander angeordnet: Text des Originaldrucks oder der Handschrift, ggf. Fußnoten, ggf. Variantenapparat, textkritischer Apparat, Sachapparat. Text, Fußnoten und Variantenapparat erhalten eine Zeilenzählung auf dem Rand.

b) Schriftarten. Der Text der überwiegend in Fraktur gesetzten Originaldrucke bzw. der überwiegend in deutscher Schrift geschriebenen Manuskripte wird einheitlich in Antiqua-Drucktypen recte wiedergegeben. Sämtliche Zutaten des Herausgebers werden kursiv gesetzt.

c) Die Seitenzählung des Originals wird auf dem Außenrand angegeben. Stammt die Zählung nicht vom Autor, so wird sie kursiv gesetzt. Der Seitenwechsel des zugrundeliegenden Textzeugen wird im Text durch einen senkrechten Strich (|) wiedergegeben. Wo die Angabe des Zeilenbruchs sinnvoll erscheint, erfolgt sie durch einen Schrägstrich (/) im Text. Sofern ein Text bereits in der Ausgabe „Sämmtliche Werke“ erschienen ist, wird die Paginierung kursiv am Außenrand mitgeteilt, jedoch ohne Seitentrennungsstrich im Text.

d) Die Beziehung der Apparate auf den Text erfolgt beim textkritischen Apparat und beim Variantenapparat dadurch, dass unter Angabe der Seitenzeile die Bezugswörter aufgeführt und durch eine eckige Klammer (Lemmazeichen) von der folgenden Mitteilung abgegrenzt werden. Beim Sachapparat wird die Bezugsstelle durch Zeilenangabe bezeichnet.

 

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III. Der Projektstand

Die I. Abteilung (Schriften und Entwürfe)

Die I. Abteilung „Schriften und Entwürfe“ enthält sämtliche von Schleiermacher im Druck veröffentlichten Schriften, sofern sie nicht aufgrund ihres Genus in die Abteilungen III und IV gehören; ferner die mit diesen Druckschriften zusammengehörigen handschriftlichen Materialien; schließlich die von Schleiermacher nicht veröffentlichten Manuskripte, soweit sie nicht aufgrund ihres Genus in eine andere Abteilung gehören. Die Editionsarbeit an dieser Abteilung, die 1975 begann und 2005 mit der Publikation des Registerbandes plangemäß zum Abschluss kam, wurde bis Ende 1983 von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert und anschließend bis Ende 2002 von der Göttinger Akademie der Wissenschaften im Rahmen des Akademienprogramms der Bund-Länder-Kommission für Bildungsplanung und Forschungsförderung betreut.

Der Aufbau der I. Abteilung folgt den biographischen Abschnitten; allerdings sind in den Bänden 6–13 die Schriften der späten Berliner Jahre 1808–1834 unter thematischen Gesichtspunkten zusammengefasst. Der Band 14, dessen Texte zunächst dem Band 11 zugewiesen waren, sammelt kleine Schriften aus allen Zeitabschnitten und Themenbereichen.

Die Abteilung „Schriften und Entwürfe“ umfasst die folgenden 15 Bände in 18 Teilbänden:

1. Jugendschriften 1787–1796, hg. v. Günter Meckenstock, 1983, XC u. 609 Seiten, Leinen, [D] 229,– €, ISBN 978-3-11-008594-1.

2. Schriften aus der Berliner Zeit 1796–1799, hg. v. Günter Meckenstock, 1984, XCI u. 429 Seiten, Leinen, [D] 189,95 €, ISBN 978-3-11-010266-8.

3. Schriften aus der Berliner Zeit 1800–1802, hg. v. Günter Meckenstock, 1988, CXXVI u. 604 Seiten, Leinen, [D] 239,– €, ISBN 978-3-11-011120-9.

4. Schriften aus der Stolper Zeit 1802–1804, hg.v. Eilert Herms / Günter Meckenstock / Michael Pietsch, 2002, XCII u. 520 Seiten, Leinen, [D] 209,– €, ISBN 978-3-11-017464-2.

5. Schriften aus der Hallenser Zeit 1804–1807, hg. v. Hermann Patsch, 1995, CXXXII u. 290 Seiten, Leinen, [D] 179,95 €, ISBN 978-3-11-014614-2.

6. Universitätsschriften. Herakleitos. Kurze Darstellung des theologischen Studiums, hg. v. Dirk Schmid, 1998, LXXXIX u. 473 Seiten, Leinen, [D] 219,– €, ISBN 978-3-11-015638-5.

7. Teilband 1 und 2: Der christliche Glaube nach den Grundsätzen der evangelischen Kirche im Zusammenhange dargestellt (1821/22), hg. v. Hermann Peiter, 1980, Teilband 1: LXVI u. 358 Seiten; Teilband 2: VIII u. 409 Seiten, Leinen, zusammen [D] 279,– €, ISBN 978-3-11-007515-6.

Teilband 3: Marginalien und Anhang, hg. v. Ulrich Barth unter Verwendung vorbereitender Arbeiten v. Hayo Gerdes u. Hermann Peiter, 1983, XXV u. 672 Seiten, Leinen, [D] 229,– €, ISBN 978-3-11-008593-3. 

8. Exegetische Schriften, hg. v. Hermann Patsch / Dirk Schmid, 2001, LVII u. 282 Seiten, Leinen, [D] 139,95 €, ISBN 978-3-11-016893-6.

9. Kirchenpolitische Schriften, hg. v. Günter Meckenstock unter Mitwirkung v. Hans-Friedrich Traulsen, 2000, CXVII u. 579 Seiten, Leinen, [D] 259,– €, ISBN 978-3-11-016894-4.

10. Theologisch-dogmatische Abhandlungen und Gelegenheitsschriften, hg. v. Hans-Friedrich Traulsen unter Mitwirkung v. Martin Ohst, 1990, CXVI u. 616 Seiten, Leinen, [D] 239,– €, ISBN 978-3-11-011594-8.

11. Akademievorträge, hg. v. Martin Rössler unter Mitwirkung v. Lars Emersleben, 2002, LXXXI u. 833 Seiten, Leinen, [D] 309,– €, ISBN 978-3-11-017129-5.

12. Über die Religion (2.–)4. Aufl.; Monologen (2.–)4. Aufl., hg. v. Günter Meckenstock, 1995, LXXIII u. 411 Seiten, Leinen, [D] 189,95 €, ISBN 978-3-11-014473-5. 

13. Der christliche Glaube nach den Grundsätzen der evangelischen Kirche im Zusammenhange dargestellt. Zweite Auflage (1830/31), hg. v. Rolf Schäfer, 2003, Teilband 1: LXXXIV u. 529 Seiten. Teilband 2: VIII u. 618 Seiten, Leinen, zusammen [D] 419,– €, ISBN 978-3-11-016610-0.

14. Kleine Schriften 1786–1833, hg. v. Matthias Wolfes / Michael Pietsch, 2003, CXCI u. 576 Seiten, CD-ROM mit Faksimiles des „Preußischen Correspondenten“ von Juni bis September 1813, Leinen, [D] 289,– €, ISBN 978-3-11-017658-0.

15. Register zur I. Abteilung, erstellt v. Lars Emersleben unter Mitwirkung v. Elisabeth Blumrich / Matthias Hoffmann / Stefan Mann / Wilko Teifke; Addenda und Corrigenda zur I. Abteilung; Anhang: Günter Meckenstock, Schleiermachers Bibliothek nach den Angaben des Rauchschen Auktionskatalogs und der Hauptbücher des Verlages G. Reimer (Zweite, erweiterte und verbesserte Auflage), 2005, VIII u. 912 Seiten, Leinen, [D] 289,– €, ISBN 978-3-11-018292-0.

 

Die II. Abteilung (Vorlesungen)

Die II. Abteilung, seit April 1989 zunächst an der Berliner Forschungsstelle und künftig an beiden Forschungsstellen erarbeitet, dokumentiert Schleiermachers ausgedehnte Vorlesungstätigkeit primär nach seinen handschriftlichen Materialien, aber auch durch Berücksichtigung von Vorlesungsnachschriften. Schleiermacher hat in seiner beinahe drei Jahrzehnte währenden Lehrtätigkeit in der Theologischen Fakultät, abgesehen vom Alten Testament, über nahezu alle theologischen Disziplinen Vorlesungen gehalten. Als Mitglied der Königlichen Akademie der Wissenschaften zu Berlin hatte er überdies das Recht, auch in der Philosophischen Fakultät Vorlesungen zu halten; davon hat er extensiven Gebrauch gemacht. In jedem Semester hat Schleiermacher überwiegend drei Vorlesungen gehalten, eine neutestamentlich-exegetische, eine weitere theologische und eine philosophische. Ein Verzeichnis seiner Vorlesungen findet sich in dem von Andreas Arndt und Wolfgang Virmond bearbeiteten Band „Schleiermachers Briefwechsel (Verzeichnis) nebst einer Liste seiner Vorlesungen“ (Schleiermacher-Archiv Bd. 11, Berlin / New York 1992, S. 293–330).

Jede von Schleiermacher in seinen Vorlesungen behandelte Disziplin wird in einem Band (eventuell mit Teilbänden) vorrangig durch seine eigenen Manuskripte dokumentiert. Für die chronologische Anordnung der Vorlesungsdisziplinen ist dasjenige Semester maßgebend, in dem Schleiermacher die jeweilige Vorlesung zum ersten Mal gehalten hat. In jedem Band werden die Manuskripte Schleiermachers in chronologischer Ordnung kritisch ediert. Qualitätsvolle Vorlesungsnachschriften werden dann in die Edition einbezogen und unter vereinfachten Editionsregeln separat in chronologischer Anordnung ediert, wenn eigene Manuskripte Schleiermachers entweder fehlen oder wenn seine Manuskripte als nicht ausreichend zu beurteilen sind. Nachschriften eines mehrfach gehaltenen Kollegs aus verschiedenen Jahren werden nur dann eigens berücksichtigt, wenn es darum geht, eine bedeutsame Entwicklung zu dokumentieren. Existieren zu einer Vorlesung mehrere Nachschriften, so wird die relativ vorzugswürdige als Leittext ediert. 

Die Abteilung „Vorlesungen“ hat folgende Gliederung:

1. Vorlesungen über die Philosophische Sittenlehre (1804/05).

2. Vorlesungen über die Theologische Enzyklopädie (1804/05) [geplant für 2018].

3. Vorlesungen über die Christliche Glaubenslehre (1804/05).

4. Vorlesungen zur Hermeneutik und Kritik, hg. v. Wolfgang Virmond unter Mitwirkung von Hermann Patsch, 2012, LI u. 1162 Seiten, Leinen, [D] 269,– €, ISBN 978-3-11-025244-6.

5. Vorlesungen über die Christliche Sittenlehre (1806).

6. Vorlesungen über die Kirchengeschichte, hg. v. Simon Gerber, 2006, LIV u. 909 Seiten, Leinen, [D] 269,– €, ISBN 978-3-11-019106-7.

7. Vorlesungen über die Geschichte der griechischen Philosophie (1807).

8. Vorlesungen über die Lehre vom Staat, hg. v. Walter Jaeschke, 1998, LXIII u. 968 Seiten, Leinen, [D] 289,– €, ISBN 978-3-11-015644-X.

9. Vorlesungen über die Geschichte der christlichen Philosophie (1810).

10. Vorlesungen über die Dialektik, hg. v. Andreas Arndt, 2002, Teilband 1: LXXXVIII u. 426 Seiten, Teilband 2: 815 Seiten, Leinen, zusammen [D] 439,– €, ISBN 978-3-11-017209-7.

11. Vorlesungen über die Praktische Theologie (1812). 

12. Vorlesungen über die Pädagogik (1813) [geplant für 2017].

13. Vorlesungen über die Psychologie (1818).

14. Vorlesungen über die Ästhetik (1819).

15. Vorlesungen über das Leben Jesu (1819/20) [geplant für 2018].

16. Vorlesungen über die kirchliche Geographie und Statistik, hg. v. Simon Gerber, 2005, XLIX u. 583 Seiten, Leinen, [D] 219,– €, ISBN 978-3-11-017929-6.

17. Vorlesungen über die Einleitung in das Neue Testament (1829).

Die exegetischen Vorlesungen Schleiermachers werden aus pragmatischen Gründen an den Schluss der Abteilung gestellt, weil dazu sehr umfängliche Manuskripte Schleiermachers im Nachlass erhalten sind. Die Quantität und Qualität dieser Materialien stellen eine editorische Erschließung vor spezifische Probleme. Geplant ist, die Bandeinteilung an dem bei Schleiermacher erkennbaren Kurs über sechs Semester zu orientieren:

18. Vorlesungen über die Schriften des Lukas [Evangelium und Apostelgeschichte].

19. Vorlesungen über die Briefe des Apostels Paulus A.

20. Vorlesungen über die Briefe des Apostels Paulus B.

21. Vorlesungen über die Katholischen Briefe und den Brief an die Hebräer.

22. Vorlesungen über das Evangelium des Johannes.

23. Vorlesungen über das Evangelium des Matthäus.

 

Die III. Abteilung (Predigten)

Die III. Abteilung, die seit Februar 2003 an der Kieler Forschungsstelle erarbeitet wird, umfasst alle gedruckten Predigten und handschriftlichen Predigtentwürfe Schleiermachers, außerdem diejenigen Predigten, die durch Nachschriften belegt sind. Entsprechend den allgemeinen Editionsprinzipien für die KGA werden die Predigten in chronologischer Anordnung nach ihrem Vortragstermin ediert. Nur die von Schleiermacher absichtsvoll zusammengestellten und publizierten sieben „Sammlungen“, alle im Verlag der Berliner Realschulbuchhandlung bzw. im Verlag von G. Reimer erschienen (Berlin 1801–1833), werden im Block an den Anfang der III. Abteilung gestellt. Ein detaillierter textkritischer Apparat ist nur bei den Autographen Schleiermachers und seinen autorisierten Druckpredigten erforderlich. Die von fremder Hand stammenden Predigtnachschriften werden als Lesetext in anderer Druckschrift mitgeteilt. Der Sachapparat wird vor allem die Bibelstellen belegen. Die historische und editorische Einführung können in der Regel knapp gefasst werden.

Der im Druck und im Nachlass vorliegende Gesamtbestand von 1353 Predigten und Predigtentwürfen Schleiermachers soll in vierzehn Bänden von jeweils 800–1200 Seiten dargeboten werden. Das Predigtkorpus, aus dem bisher 588 Texte zu 584 Terminen publiziert waren, wird um 758 bisher unbekannte Termine und 11 undatierbare Predigtentwürfe vermehrt. Bei zwei Editorenstellen ist das Editionsvorhaben auf einen Arbeitszeitraum von 15 Jahren bis Ende 2017 angelegt und genehmigt. Die fünfjährige Sichtungsphase, in der die zahlreichen fragmentarisierten Archivalien rekonstruiert, das Schleiermacher-Archiv in der Staatsbibliothek Berlin (Depositum 42a) neu geordnet und sämtliche vorliegenden 1467 Predigtnachschriften transkribiert werden mussten, wurde im September 2008 erfolgreich abgeschlossen. Termingerecht in Übereinstimmung mit dem Gesamtzeitplan wurde im Januar 2008 mit der editorischen Erarbeitung der einzelnen KGA-Predigtbände begonnen. Die Evaluation im Jahr 2012 stellte fest, dass die Publikation der Bände gemäß dem Terminplan voranschreitet.
Die Abteilung „Predigten“ ist in folgende Bände gegliedert:

1. Predigten. Erste bis Vierte Sammlung (1801–1820), hg. v. Günter Meckenstock; Anhang: Günter Meckenstock, Kalendarium der überlieferten Predigttermine Schleiermachers, 2012, CXVII u. 1069 Seiten, Leinen, [D] 289,– €, ISBN 978-3-11-026545-3.

2. Predigten. Fünfte bis Siebente Sammlung (1826–1833), hg. v. Günter Meckenstock, Anhang: Gesangbuch zum gottesdienstlichen Gebrauch für evangelische Gemeinen (Berlin 1829), 2015, LIII u. 1220 Seiten, [D] 279,– €, ISBN  978-3-11-041335-9.

3. Predigten 1790–1808, hg. v. Günter Meckenstock, 2013, L u. 1174 Seiten, Leinen, [D] 289,– €, ISBN 978-3-11-026680-1.

4. Predigten 1809–1815, hg. v. Patrick Weiland unter Mitwirkung von Simon Paschen, 2011, XLIII u. 793 Seiten, Leinen, [D] 269,– €, ISBN 978-3-11-026394-7.

5. Predigten 1816–1819, hg. v. Katja Kretschmar unter Mitwirkung von Michael Pietsch, 2014, LXXXVII u. 738 Seiten, Leinen, [D] 249,– €, ISBN 978-3-11-026547-7.

6. Predigten 1820–1821, hg. v. Elisabeth Blumrich, 2015, LXXX u. 1085 Seiten, Leinen [D] 279,– €, ISBN 978-3-11-026548-4.

7. Predigten 1822–1823, hg. v. Kirsten Maria Christine Kunz, 2012, LXX u. 1181 Seiten, Leinen, [D] 299,– €,  ISBN 978-3-11-025242-2.

8. Predigten 1824, hg. v. Kirsten Maria Christine Kunz, 2013, LV u. 787 Seiten, Leinen, [D] 259,– €,  ISBN 978-3-11-031685-8.

9. Predigten 1825, hg. v. Kirsten Maria Christine Kunz unter Mitwirkung von Brinja Bauer [geplant für 2017].

10. Predigten 1826–1827, hg. v. Brinja Bauer / Ralph Brucker / Michael Pietsch / Dirk Schmid / Patrick Weiland, 2016, XLV u. 970 Seiten, Leinen, [D] 239,– €, ISBN 978-3-11-048523-3.

11. Predigten 1828–1829, hg. v. Patrick Weiland, 2014, XLII u. 650 Seiten, Leinen, [D] 249,95 €, ISBN 978-3-11-035092-0.

12. Predigten 1830–1831, hg. v. Dirk Schmid, 2013, XLII u. 880 Seiten, Leinen, [D] 259,– €, ISBN 978-3-11-031402-1.

13. Predigten 1832, hg. v. Dirk Schmid, 2014, LXI u. 648 Seiten, Leinen, [D] 249,95 €, ISBN 978-3-11-036409-5. 

14. Predigten 1833–1834. Einzelstücke. Addenda und Corrigenda zur III. Abteilung, hg. v. Günter Meckenstock [geplant für 2017].

15. Gesamtregister zur III. Abteilung [geplant für 2018].

 

Die IV. Abteilung (Übersetzungen)

Schleiermacher hat Übersetzungen englischsprachiger Predigten und Reisebeschreibungen mit und ohne Nennung seines Namens in den Druck gegeben. Klassisch geworden ist seine Übersetzung der Werke Platons. Dieses große Übersetzungsprojekt, das zunächst gemeinsam mit Friedrich Schlegel geplant war und das von Schleiermacher dann allein durchgeführt wurde, blieb unvollendet. Zum Werde- und Arbeitsprozess der Platon-Übersetzung gibt es zahlreiche Textzeugnisse. Seit April 2011 wird in Kiel unter der Leitung von Lutz Käppel der Band „Platons Werke I,1“ und der Band „Platons Werke II,1“ editorisch erarbeitet, gefördert von der Fritz-Thyssen-Stiftung. Der Band KGA IV/3 ist im  September 2016 erschienen, der Band KGA IV/5 soll im Jahr 2018 folgen. 

Folgende Bände sind für diese Abteilung vorgesehen:

1. Hugo Blair, Predigten, Bd. 4–5, Leipzig 1795–1802.

2. Joseph Fawcett, Predigten, Bd. 1–2, Berlin 1798.

3. Platons Werke I,1, Berlin 1804. 1817. Einleitung, Phaidros, Lysis, Protagoras, Laches, hg. v. Käppel, Lutz / Loehr, Johanna, 2016, XCVIII u. 1080 Seiten, Leinen, [D] 279,– €, ISBN 978-3-11-044943-3.

4. Platons Werke I,2, Berlin 1805.  21818.

5. Platons Werke II,1, Berlin 1805.  21818 [geplant für 2018].

6. Platons Werke II,2, Berlin 1807.  21824.

7. Platons Werke II,3, Berlin 1809.  21826.

8. Platons Werke III,1, Berlin 1828.

 

Die V. Abteilung (Briefwechsel und biographische Dokumente)

Die V. Abteilung, die seit September 1979 von der Berliner Forschungsstelle erarbeitet wird, enthält die Briefe von und an Schleiermacher sowie – in gesonderten Bänden – biographische Dokumente. Die Briefe werden in chronologischer Folge geordnet und fortlaufend numeriert; dabei werden Briefe, die nur erschlossen sind, mit einem Sternchen gekennzeichnet. Maßgebend für die Einordnung eines Briefes ist der Beginn der Niederschrift. Briefe, die nur ungefähr datierbar sind, werden am Ende des für die Niederschrift in Frage kommenden Zeitraums eingeordnet.
Briefe an Schleiermacher können in Regestform gegeben werden. Dies gilt insbesondere für Schreiben, bei denen Schleiermacher einer von mehreren Adressaten ist, bzw. für Rundschreiben. Amtliche Schreiben, die Schleiermacher nur unterzeichnet bzw. mit unterzeichnet hat, werden in der Regel in Regestform gegeben. Briefe, bei denen Schleiermacher nur durch seine amtliche Funktion als Empfänger erschließbar ist, bleiben unberücksichtigt, sofern sie keine wesentlichen, Schleiermacher selbst betreffenden Informationen geben.

Bisher sind erschienen:

1. Briefwechsel 1774–1796 (Briefe 1–326), hg. v. Andreas Arndt / Wolfgang Virmond, 1985, LXXII u. 489 Seiten, Leinen, [D] 209,– €, ISBN 978-3-11-008595-X.

2. Briefwechsel 1796–1798 (Briefe 327–552), hg. v. Andreas Arndt / Wolfgang Virmond, 1988, LVII u. 534 Seiten, 1 Faltkarte, Leinen, [D] 219,– €, ISBN 978-3-11-010933-6.

3. Briefwechsel 1799–1800 (Briefe 553–849),  hg. v. Andreas Arndt / Wolfgang Virmond, 1992, CXXVI u. 585 Seiten, Leinen, [D] 239,– €, ISBN 978-3-11-011021-0.

4. Briefwechsel 1800 (Briefe 850–1004), hg. v. Andreas Arndt / Wolfgang Virmond, 1994, XCIII u. 481 Seiten, Leinen, [D] 219,– €, ISBN 978-3-11-011020-2. 

5. Briefwechsel 1801–1802 (Briefe 1005–1245), hg. v. Andreas Arndt / Wolfgang Virmond, 1999, XC u. 522 Seiten, Leinen, [D] 239,– €, ISBN 978-3-11-016218-0. 

6. Briefwechsel 1802–1803 (Briefe 1246–1540), hg. v. Andreas Arndt / Wolfgang Virmond, 2005, LXII u. 547 Seiten, Leinen, [D] 219,– €, ISBN 978-3-11-018293-9. 

7. Briefwechsel 1803–1804 (Briefe 1541–1830), hg. v. Andreas Arndt / Wolfgang Virmond, 2005, LXV u. 543 Seiten, Leinen, [D] 219,– €, ISBN 978-3-11-018492-3. 

8. Briefwechsel 1804–1806 (Briefe 1831–2172), hg. v. Andreas Arndt / Simon Gerber, 2008, LXXVI u. 577 Seiten, Leinen, [D] 229,– €, ISBN 978-3-11-020602-9.

9. Briefwechsel 1806–1807 (Briefe 2173–2597), hg. v. Andreas Arndt / Simon Gerber, 2011, LXXXI u. 718 Seiten, Leinen, [D] 259,– €, ISBN 978-3-11-025246-0.

Die Briefwechseledition in der bisherigen Form wurde mit Ablauf des Jahres 2011 beendet. Seit Jahresbeginn 2012 wird sie im Akademienprogramm modifiziert fortgeführt in dem neuen Projekt „Schleiermacher in Berlin 1808–1834. Briefwechsel, Tageskalender, Vorlesungen“, das bis 2025 genehmigt ist. Hier sind folgende Brieftextbände, die von Kommentarbänden ergänzt werden sollen, erschienen bzw. geplant:

10. Briefwechsel 1808 (Briefe 2598–3020), hg. v. Simon Gerber / Sarah Schmidt, 2015, LII u. 532 Seiten, [D] 189,95 €, ISBN 978-3-11-042692-2.

11. Briefwechsel 1809–1810 (Briefe 3021–3560), hg. v. Simon Gerber / Sarah Schmidt, 2015, LXIV u. 545 Seiten, Leinen, [D] 189,95 €, ISBN 978-3-11-043781-2.

12. Briefwechsel 1811–1816.

13. Briefwechsel 1817–1822.

14. Briefwechsel 1823–1834.

K1. Kommentarband zum Briefwechsel 1808–1810, hg. v. Sarah Schmidt [geplant für 2017].

 

Stand 30. Dezember 2016

Günter Meckenstock
 
meckenstock
 

 

IV. Herausgebersitzungen [Bilderarchiv]

  HGG 2008

April 2008

HGG 2011

Mai 2011

 

HGG 2013

Juni 2013