II. Die Konzeption

buecher

Die historisch-kritische Gesamtausgabe der Schriften, des Nachlasses und des Briefwechsels, die seit 1980 erscheint und im Gedenkjahr 2034 abschlossen sein soll, ist in die folgenden fünf Abteilungen gegliedert:

I. Schriften und Entwürfe,

II. Vorlesungen,

III. Predigten,

IV. Übersetzungen,

V. Briefwechsel und biographische Dokumente.

Die Gliederung ist an den literarischen Gattungen in Schleiermachers Werk orientiert, wobei in die einzelnen Abteilungen jeweils auch der zugehörige handschriftliche Nachlass eingeordnet wird. Die Gliederung in den Abteilungen und in den Einzelbänden ist durch die zeitliche Abfolge der Texte bestimmt. 

Für die editorische Arbeit, die in den fünf Abteilungen jeweils auf die verschiedenen Gattungen von Textzeugen und die unterschiedliche Materiallage ausgerichtet ist, gelten besonders folgende Regeln:

1.   Historische Einführung und Editorischer Bericht

Jedem Band wird eine Einleitung vorangestellt, die eine Historische Einführung und einen Editorischen Bericht umfasst. Die Historische Einführung gibt Auskunft über die Entstehung und Überlieferung der edierten Texte; gegebenenfalls wird über die unmittelbare Rezeption (Rezensionen, Reaktionen von Zeitgenossen etc.) berichtet. Der Editorische Bericht erläutert und begründet die Gestaltung der Ausgabe, soweit sie sich nicht aus den allgemeinen editorischen Grundsätzen ergibt.

2.   Text und textkritischer Apparat

a) Alle Textzeugen werden in ihrer letztgültigen Gestalt wiedergegeben. 

b) Wortlaut, Schreibweise und Zeichensetzung der zu edierenden Textzeugen werden grundsätzlich beibehalten.

c) Offenkundige Druck- oder Schreibfehler werden im Text korrigiert. Im textkritischen Apparat wird – ohne weitere Angabe – der Textbestand des Originals angeführt.

d) Wo der Zustand des Textes eine Konjektur nahelegt, wird diese mit der Angabe „Kj . . .“ im textkritischen Apparat vorgeschlagen. 

e) Belege für den Entstehungsprozess (wie Zusätze, Umstellungen, Streichungen, Korrekturen, Entstehungsstufen) werden im textkritischen Apparat – nach Möglichkeit gebündelt – mitgeteilt.

3.   Sachapparat

a) Von Schleiermacher gegebene Zitate und Verweise werden im Sachapparat nachgewiesen. Dabei wird nach Möglichkeit sowohl die von Schleiermacher benutzte Ausgabe als auch eine heute maßgebliche Ausgabe angeführt. Zur Ermittlung der von Schleiermacher benutzten Ausgabe wird der Bestand von Schleiermachers Bibliothek besonders beachtet, wie er durch die Angaben des Rauchschen Auktionskatalog sowie der Hauptbücher des Verlages G. Reimer belegt und in KGA I/15 veröffentlicht ist.

b) Zu Anspielungen Schleiermachers werden Nachweise oder Erläuterungen nur dann gegeben, wenn die Anspielung als solche deutlich, der fragliche Sachverhalt eng umgrenzt und eine Erläuterung zum Verständnis des Textes nötig ist.

4.   Variantenapparat

Liegen zu einem Quellentext zwei oder mehrere authentische Textzeugen vor, so werden die Textabweichungen in einem Variantenapparat mitgeteilt. Der Variantenapparat wird technisch wie der textkritischen Apparat gestaltet.

5.   Verzeichnisse und Register

Jeder Band erhält ein Abkürzungsverzeichnis, ein Literaturverzeichnis, ein Namensregister und, soweit es von den Texten her sinnvoll ist, ein Register der Bibelstellen, der Quellenchronologie und anderer belangvoller Materialien.

6.   Druckgestaltung

a) Satzspiegel. Es werden untereinander angeordnet: Text des Originaldrucks oder der Handschrift, ggf. Fußnoten, ggf. Variantenapparat, textkritischer Apparat, Sachapparat. Text, Fußnoten und Variantenapparat erhalten eine Zeilenzählung auf dem Rand.

b) Schriftarten. Der Text der überwiegend in Fraktur gesetzten Originaldrucke bzw. der überwiegend in deutscher Schrift geschriebenen Manuskripte wird einheitlich in Antiqua-Drucktypen recte wiedergegeben. Sämtliche Zutaten des Herausgebers werden kursiv gesetzt.

c) Die Seitenzählung des Originals wird auf dem Außenrand angegeben. Stammt die Zählung nicht vom Autor, so wird sie kursiv gesetzt. Der Seitenwechsel des zugrundeliegenden Textzeugen wird im Text durch einen senkrechten Strich (|) wiedergegeben. Wo die Angabe des Zeilenbruchs sinnvoll erscheint, erfolgt sie durch einen Schrägstrich (/) im Text. Sofern ein Text bereits in der Ausgabe „Sämmtliche Werke“ erschienen ist, wird die Paginierung kursiv am Außenrand mitgeteilt, jedoch ohne Seitentrennungsstrich im Text.

d) Die Beziehung der Apparate auf den Text erfolgt beim textkritischen Apparat und beim Variantenapparat dadurch, dass unter Angabe der Seitenzeile die Bezugswörter aufgeführt und durch eine eckige Klammer (Lemmazeichen) von der folgenden Mitteilung abgegrenzt werden. Beim Sachapparat wird die Bezugsstelle durch Zeilenangabe bezeichnet.

 

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