Predigt von Prof. Dr. Tine Stein über "Dein Reich komme" am 23.11.2014

Liebe Gemeinde,

 

vor kurzem erhielt ich die Nachricht, dass eine frühere Wegbegleiterin verstorben ist, mit der ich einige Zeit in einem politischen Gremium verbracht habe. In den Nachrufen auf sie wurden ihre Verdienste für die Gesellschaft gewürdigt. Sie hatte Anfang der 70er Jahre in Westdeutschland den ersten Dritte-Welt-Laden eröffnet, auf sie geht der Spruch „Jute statt Plastik“ zurück, sie organisierte dann die Dritte-Welt-Initiativen in einem überregionalen Zusammenschluß und vieles mehr. Ihr ganzes Leben lang hat sie sich für die Nächsten, die räumlich zu unseren Fernsten gehören, eingesetzt, für Menschen aus den Ländern, in denen die materielle Not am größten ist. In dem Gremium, in dem ich mit ihr saß, habe ich mich allerdings oft mir ihr gestritten, wir waren selten einer Meinung, ich fand sie zu umständlich in der Argumentation, nicht schnell genug und innerlich habe ich mich über sie aufgeregt und gedacht: die ältere Generation sollte doch, wenn die Kräfte nachlassen, sich auch einmal aus verantwortlichen Positionen zurückziehen können. Dann habe ich, wie es so oft passiert, den Kontakt zu ihr verloren. Und nun, als ich die mich völlig über­raschende Nachricht ihres Todes las, war mein erster Impuls, für sie zu beten. Bevor ich dies überhaupt reflektieren konnte, habe ich darum gebetet, dass Edda Stelck in Sein Reich aufgenommen werde und dass ich sie dereinst, wenn das Reich Gottes gekommen ist und wir jenseits der Zeit stehen werden, wiedertreffen möge, damit ich meine ungerechten Gedanken ihr gegenüber ausräumen kann und einen tieferen Frieden mit ihr schließen kann, als den über politische Positionen.

 

Ist das eine naive Vorstellung des Reichs Gottes? Nun sind wir ja heute am Ewigkeitssonntag wie auch in der Katholischen Kirche an Allerseelen am 2. November mehr als an anderen Tagen im Kirchenjahr dazu aufgerufen sind, der Toten und der Ewigkeit zu gedenken. Aber können wir uns überhaupt eine Vorstellung von der Ewigkeit und dem ewigen Leben machen, dass uns im Reich Gottes, im himmlischen Jerusalem verheißen ist?

 

Wenn wir im Vater-Unser diese dritte Bitte sprechen: „Dein Reich komme“, dann liegt in jedem dieser drei Worte ein Aspekt dieser Verheißung des himm­lischen Jerusalems. Es heißt „Dein“ – Gott wird nicht gesiezt. Wir sprechen Gott als ein Gegenüber an, mit dem wir bereits in einer persönlichen Beziehung stehen: als unser Vater im Himmel oder als Vater und Mutter, weil es hier nicht spezifisch um das Vater-Sein, sondern das Eltern-Sein geht, um das bedingungslose Angenommensein der Kinder in der elterlichen Liebe.

 

Und dann geht es um das Reich, und das ist nun in der deutschen Sprache ein schillerndes Wort. Wer von uns in Deutschland hört bei Reich nicht auch sogleich den ambivalenten politischen Klang des Wortes mit, das politische Reich also, das sogar einen noch umfassenderen Herrschaftsanspruch als der moderne Staat erhebt – etwa in territorialer Hinsicht als Imperium, das das Selbstbestimmungsrecht der Völker nicht sonderlich achtet, woran wir in diesen Tagen mit Blick auf den Ukraine-Konflikt wieder erinnert werden. Und vor allem denken wir bei Reich in politischer Hinsicht an das sogenannte Dritte Reich, das einen totalen Herrschaftsanspruch erhoben hat und sich in unvor­stellbarer Weise angemaßt hat, zu definieren, wer Mensch ist und wer nicht. Nie sind die Grenzen des Verfügungsbereichs politischer Herrschaft so negiert worden, wie mit dem Mord des deutschen Volkes an den Angehörigen des jüdischen Volks. Das werden, das sollen wir als Deutsche nie vergessen, wenn wir das Wort Reich im politischen Zusammenhang hören.

 

Als Luther das griechische Wort basileia  mit Reich übersetzt hat, konnte er sich an das germanische Wort rik anlehnen, das auch eine Verbindung zu dem lateinischen regnum schafft. So heißt es in der lateinischen Version des Pater Noster „Adveniat regnum tuum“, und hier wird klar, dass mit regnum Herrschaft im Sinne von dem Bereich, über den regiert wird, gemeint ist. Die Verheißung der Königsherrschaft Gottes ist es, die den Kontext für Jesus bildet, vor dessen Hintergrund sein Predigen und sein Heilen zu verstehen ist. Damit wird ein Gegenbild zu der Erfahrung ungerechter und gewalttätiger Herrschaft gezeichnet, wie sie im babylonischen Exil und dann unter dem römischen Imperium erlitten wurde. Dagegen ist der göttliche Herrscher wie er in den Psalmen gepriesen wird, gerecht, ist gütig, ist gnädig.

 

Was besagt das dritte Wort „komme“? Jesus will die Umstehenden zu beten lehren, dass das verheißene Reich, in dem Gott die Königswürde inne hat, ein zukünftiges Reich ist, was „komme“, also kommen möge. Und dabei sollen wir wissen: Das Reich kommt auf uns zu, so oder so, denn es ist das Geschenk Gottes an seine Kinder, Gott hat es uns versprochen und das ist das Fundament unserer Hoffnung. Es ist die Hoffnung der Christinnen und Christen, die in Unfrieden und existentieller Not leben müssen und die für ihren Glauben verfolgt werden – derzeit vor allem in bestürzender Weise in Irak und Syrien, aber auch in Pakistan, in Nigeria, in Somalia und in vielen weiteren Ländern. Diese Wahrheit macht die Verfolgten frei, dass das Reich Gottes kommen möge, auch wenn sie im Gefängnis ihrer gesellschaftlichen Umstände sitzen. Und die unantastbare Würde, die alle Menschen als Gottes Geschöpfe besitzen, ebenbildlich zu Gott, macht sie erhaben, denn diese Würde ist unverlierbar noch in der Stunde der größten Demütigung. Ihnen, die Not und Armut erleiden, ist das Reich Gott besonders verheißen – denn eher geht bekanntlich ein Kamel durch ein Nadelöhr, als dass ein Reicher in das Reich Gottes eingeht (Mk 10,25). Was heißt das für uns, die wir im globalen Maßstab gesehen, ganz sicher zu den Reichen gehören?

 

Zugleich ist das Reich Gottes aber nicht nur die Hoffnung auf das himmlische Reich, auf das jenseitige Reich, das uns am Ende unserer Zeit und am Ende der Zeit erlöst von dem irdischen Leid, von dem eigenen Scheitern, der Krankheit, den Mühen des Alters, von Armut und Gewalt (Mt 5, 3-9). Wir können nicht nur diese verheißene Zukunft erwarten, sondern wir stehen zugleich schon in ihr, sie bricht in uns bereits an, wenn wir bitten „Dein Reich komme“. In den Evangelien finden sich an vielen Stellen, in denen Jesus vom Reich Gottes spricht, Hinweise darüber, wann das Reich Gottes kommt, wo es ist und wie es beginnt. Tatsächlich steht der Reich-Gottes-Gedanke im Mittelpunkt des Denkens, Redens und Handelns Jesus, es ist sein bestimmendes Leitmotiv (Eugen Biser). Und immer ergibt sich aus seinen Worten die eigentümliche Spannung von Verheißung eines Kommenden, von etwas was noch nicht da ist, aber nahe ist und für das wir umkehren sollen (Mt 3, 1-2) und zugleich von etwas, das schon angebrochen ist. Mit einem Wort aus meiner Disziplin könnte man vielleicht sagen: Jesus war der erste Dialektiker.

 

Wo ist also dieses Reich? Dazu lesen wir in Lukas Kap. 17, Vers 20: „Das Gottesreich kommt nicht in feststellbarer Form. Man kann auch nicht sagen Seht es ist hier, und nicht: es ist dort. Das Reich Gottes ist vielmehr mitten unter euch.“ Aber woran erkennen wir es denn dann? Dafür müssen wir uns eine im Neuen Testament eingeführte zentrale Unterscheidung verdeutlichen, die auch das westliche politische Denken geprägt hat, was vom Christentum überhaupt stark beeinflußt ist. Wir erkennen nämlich das Reich Gottes gerade nicht an den In­signien weltlicher Macht der politischen Herrschaft, es handelt sich vielmehr um ein Reich ganz anderer Qualität. Auf die Frage des Pilatus, ob er denn ein König sei, antwortet Jesus im Johannes-Evangelium mit einer für Pilatus rätsel­haften Aussage: „Mein Reich ist nicht von dieser Welt“. Das mußte für Pilatus unverständlich sein. Stand mit Jesus tatsächlich ein politischer Aufrührer vor ihm, jemand, der den Herrschaftsanspruch des römischen Reichs in Frage stellt? Für Pilatus als Statthalter des römischen Imperiums geht es immer um Politik, geht es immer um das Ganze, immer um den Gehorsam vor dem um­fassen­den Herrschaftsanspruch des Kaisers, dem eben nicht bloß Steuern zu zahlen waren, sondern dem die römischen Bürger auch zu huldigen hatten. Im römischen Denken waren Politik und Religion nicht getrennt, die Religion bilde­te das Ferment der Herrschaft, indem der Kaiser als gottgleich verehrt wurde.

 

Gegen diesen umfassenden Herrschaftsanspruch setzte Jesus die Scheidung der Gewalten: Gebt dem Kaiser was des Kaisers ist und Gott was Gottes ist (Mk 12,17). Steuern ja, aber keine Gebete! Und das Königreich Jesu ist nicht von dieser Welt! Ein König ist Jesus wohl, aber er ist ein König-Ohne-Land, keiner mit Territorialanspruch und Truppen, nicht mit Besatzungsmächten, Steuer­erhebungsrecht und Gewaltmonopol gegenüber den Untertanen. Sein König­reich bezieht sich auf uns in einer anderen Weise, als die Ansprüche der Politik mit ihrer Regelung der öffentlichen Angelegenheiten, ihrem Interessenaus­gleich, ihrem – notwendigen – Streit. Mit der Idee eines Reichs, das nicht von dieser Welt ist, das vielmehr das Reich Gottes ist und das für uns als Christin­nen und Christen den Fluchtpunkt unseres Seins bildet, wird der Verfügungsan­spruch der weltlichen Politik radikal begrenzt. Politik ist fortan nicht mehr für die letzten Fragen zuständig, sie gibt keine Antwort darauf, woher wir kommen, wohin wir gehen und warum wir hier sind – was der Sinn unserer Existenz ist. Sie darf keinen Anspruch auf den ganzen Menschen erheben und sie soll sich auch nicht mit ihren Mitteln in das Heilsgeschehen einmischen wollen. Wohin es führt, wenn die Fragen des Heils mit den Mitteln der weltlichen Politik ver­folgt werden, das sehen wir in der Christentums­geschichte eindringlich an vielen grausamen Vorgängen, an den Raubzügen der Kreuzritter, wie an den Konfessionskriegen und wir sehen es heute auch in einigen Regionen der Welt, in denen extremistische Muslime das, was sie für die religiöse Wahrheit halten, herbeibomben wollen. Wir sehen diese Versuchung, das Heil des Menschen mit politischen Mitteln erreichen zu wollen, aber auch in säkularer Variante. Es gibt hierzu einen treffenden Vers in Hölderlins Hyperion: „Immerhin hat das den Staat zur Hölle gemacht, daß ihn der Mensch zu seinem Himmel machen wollte.“ Wie wenn er als literarischer Prophet die Geschichte des 20. Jahrhunderts mit ihren unheil­vollen Reichen vorweg gesehen hätte!

 

Aber heißt denn diese Trennung von weltlich-politischem Reich und transzen­denten Reich Gottes nun, dass wir das Christsein in unserer Rolle als Bürger zurückstellen sollen – schon um des lieben Friedens willen, da wir ja wissen, dass nicht alle Bürgerinnen und Bürger gläubig sind, und wir von den gläubigen Bürgern meinen zu wissen, dass sie nicht alle an den gleichen Gott glauben? Nein, das heißt es meines Erachtens nicht. Denn dann hätten wir die Rede vom Reich Gottes verkürzt verstanden. Es ist eben nicht nur das verheißene Reich der Zukunft, des Reich des ewigen Lebens und der Wiederauferstehung der Toten, das Reich, was kommen wird, wenn die Zeit an ein Ende gekommen ist und wir die Chance haben – das ist meine Hoffnung – uns zu versöhnen. Sondern es ist auch das Reich, das in uns liegt, wenn wir beten: „Dein Reich komme“, es ist dann schon mitten unter uns, es ist das Reich, das bereits anbricht, wenn wir in unseren zwischenmenschlichen Beziehungen im Hier und Jetzt uns an dem orientieren, worin Jesus uns ein Beispiel gegeben hat – in seiner Hinwendung zu den Schwachen, den Armen, den Sündern. In Jesus erfüllt sich die Prophetie des Jesaja, dass er der Erwählte ist, der den Völkern das Recht verkündet (Mt 12, 18). Und anders als im modernen staatlichen Recht ist das Recht für Jesus nichts anderes als die Gerechtigkeit. Was gerecht bedeutet, wird uns im Weinberg-Gleichnis erklärt. Aber ist es denn gerecht, wie wir eben gehört haben, wenn der Arbeiter im Weinberg, der nur eine Stunde gearbeitet hat, den gleichen Lohn wie derjenige erhält, der den ganzen Tag sich gemüht hat – müßte nicht gleicher Lohn für gleiche Arbeit gelten? Wir kennen heute viele Bereiche in der Gesellschaft, in der für die gleiche Tätigkeit ungleicher Lohn bezahlt wird und das ist doch auch ungerecht. Aber hier liegt der Fall anders: Hätte der Weinbergbesitzer demjenigen, der nur eine Stunde gear­beitet hat, nicht einen ganzen Tageslohn, sondern nur den anteiligen Lohn für eine Stunde bezahlt, dann hätten der Arbeiter und seine Familie davon nicht leben können – der Tageslohn ist das Existenzminimum und darauf hat jeder einen Anspruch, unabhängig von seiner Leistung. Das gibt uns eine sehr klare Orientierung auch für heutige soziale Fragen – gerade in globaler Hinsicht.

 

 Das Vater-Unser ist in die Bergpredigt eingebettet, in der die Aussicht auf das Reich Gottes mit der radikalen Kritik an bestehenden ungerechten Zuständen verbunden wird. Damit kann der Politik der Spiegel des ganz Anderen vorge­halten werden. Entgegen der säkularisierten Heilsideen wie dem Marxismus drängt dieses „Es-soll-anders-sein“ nicht darauf, die Blaupause für die Organisa­tion der politischen Ordnung abzugeben. Die Gleichnisse wie auch die Bergpre­digt sollen in uns vielmehr das Bewußtsein wachhalten, dass sich das eigene Verhalten am Maßstab dieser Gerechtigkeit auszurichten hat, und da kann ja das Handeln in unserer Rolle als Bürger nicht ausgenommen sein. Wie könnten wir denn auch sozusagen die gläubigen Anteile unserer Existenz abspalten, so­bald wir politisch handeln, wenn wir es mit unserem Glauben Ernst nehmen! Die christliche Gerechtigkeit ist nicht auf Nützlichkeit und Gegenseitigkeit gegrün­det, beruht nicht auf einem Interessenkalkül, sondern gewinnt ihren Maßstab aus dem Beispiel, das uns Jesus in seiner Hinwendung zu Anderen gibt, dass wir also für den Anderen verantwortlich sind, dass es uns daher nicht egal sein kann, wie die Welt im Hier und Jetzt geordnet ist. Dass wir dann auch als Christen nicht immer einer Meinung sind, wie eine gerechtere Ordnung konkret aussähe und was dafür zu ändern ist – das kann nicht anders sein unter Menschen, die frei sind. Wir müssen als Christen übrigens auch nicht einer Meinung sein, ob die Präambel einer Verfassung einen Gottesbezug enthalten sollte. Aber als Christen sollten wir erkennen, dass wenn die uns räumlich Fernsten zugleich die Ärmsten sind, diese eben unsere Nächsten sind, für die wir verantwortlich sind.

 

Diese Verantwortung hat Edda Stelck mit ihrer Dritte-Welt-Laden-Initiative in besonderer Weise angenommen. In ihrem Wirken und in dem Wirken so vieler anderer engagierter Christen arbeitet der Sauerteig weiter. Gewiß: wir können das Reich Gottes weder herbeibeten, noch durch unsere Werke herbeischaffen. Wir wissen weder Tag noch Stunde.  Aber wenn wir beten „Dein Reich komme“, dann hoffen wir, dann glauben wir, dass Gott uns entgegenkommt – „Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit“.                      

 

Amen.

Fürbitten – Lasst uns beten.

 

Gott, der Du uns in Deiner Liebe wie eine gute Mutter und ein guter Vater umfasst, wir bitten Dich für unsere Verstorbenen, dass sie eingehen in Dein Reich, dass sie die Ewigkeit erfahren, und dass wir uns am Ende aller Zeit versöhnen können im himmlischen Jerusalem. Hilf denen, die in diesen Tagen, in diesen Wochen, in diesem Jahr sich auf den Tod vorbereiten, das Sterben anzunehmen und lindere ihre Angst und ihre Schmerzen und ihre Verzweiflung. Wir bitten Dich: Schenke uns die Kraft und die Ruhe, dass wir vorbereitet sind, wenn wir vor dem Tor zu Dir stehen, durch das wir nur alleine gehen können.

 

Gott, der Du Deinen Sohn in eine Gegend dieser Welt entsandt hast, die heute von religiösen Eiferern, von Gewalt und Hass durchwirkt ist: wir bitten dich für die verfolgten Christinnen und Christen, wir bitten dich für alle Menschen, die Flucht und Vertreibung erleiden müssen, für die Angehörigen, derer, die auf dem Mittelmeer ertrunken sind und derer, die ermordet wurden, für die versklavten Frauen und Mädchen, dass sie befreit werden – und gib den Menschen in dieser geschändeten Region die Kraft der Versöhnung, dass sie den Hass durch das Gute überwinden und ein Friede gefunden wird in Irak, in Syrien, in Palästina, in Israel und überall wo Krieg herrscht.

 

Gott, der Du als Heiliger Geist unsere Seelen zum Klingen und unser Gewissen zum Sprechen bringst: hilf uns, dass wir uns an dem Vorbild Deines Sohnes orientieren und dass wir immer versuchen, uns in unserem Handeln von der christlichen Gerechtigkeit leiten zu lassen – als Bürgerinnen und Bürger wie auch in unseren Berufen, auch wenn hier die Spannungen und Widersprüche groß sein können, zwischen der christlichen Gerechtigkeit und dem, wie wir meinen im Interesse der Institution, für die wir tätig sind, handeln zu müssen. Hilf uns gütig, geduldig und großzügig zu sein und hilf vor allem uns als Akademikerinnen und Akademikern dabei, demütig zu sein. Lass uns auch offen für unterschiedliche Verständnisse Deiner Botschaft sein, ohne dabei den Kern Deiner Botschaft zu verlieren, nämlich dass wir in Liebe einander zugetan sein sollen und dass Dein Reich komme.

 

Und gemeinsam beten wir, wie Jesus es uns gelehrt hat:

Vater unser im Himmel, geheiligt werde Dein Name, Dein Reich komme, Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute, und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit, in Ewigkeit, Amen.