2. Perspektivenbefähigung: Grenzfragen der Jesus-Forschung und ihre historische und theologische Bedeutung

Seit den Anfängen einer historisch-kritischen Erforschung der Geschichte des frühen Christentums zog die Gestalt Jesus von Nazarteh stets eine besondere Aufmerksamkeit auf sich. Trotz einer fast unüberschaubaren Fülle an wissenschaftlichen Diskussionsbeiträgen können die Entwürfe einer Rekonstruktion bzw. Konstruktion des Lebens und der Botschaft Jesu noch immer markante Differenzen aufweisen.

Angesichts dessen sollen in einer monographischen Darstellung die sogenannten Grenzfragen der Jesus-Forschung fokussiert werden. Als Grenzfragen werden jene Fragen vertanden, deren Beantwortung – abhängig von den jeweils gewählten hermeneutischen und religionshistorischen Prämissen – für die Entstehung der unterschiedlicher Jesusbilder von besonderer Relevanz sind.

Dabei ist es nicht das Ziel dieses Projekts, neue Lösungsvorschläge für jene Grenzfragen zu fomulieren. Das Anliegen dieser Studie ist es vielmehr, ihre Leser zu befähigen, jene unterschiedlichen Perspektiven einnehmen zu können, um so die partiellen Stärken und Schwächen unterschiedlicher historischer Deskription und theologischer Deutungen des Lebens und der Botschaft Jesu zu verstehen.