Aktuelle Forschungsprojekte von Prof. Dr. Uta Pohl-Patalong

 

Laufende Forschungsprojekte

1. Theologisieren mit religionsfernen Jugendlichen

Im Rahmen des 15 Promotionsstellen umfassenden Programmes der CAU „Lehramt in Bewegung“ (CAU-LiB) wird in Kooperation mit Prof. Dr. André Munzinger (Systematische  Theologie) ein Lehr- und Forschungsprojekt zum Theologisieren auch und insbesondere mit religionsfernen Jugendlichen durchgeführt. Dafür wurde eine Promotionsstelle bewilligt, die mit Saskia Eisenhardt besetzt ist. Das von ihr konzipierte fachdidaktischen Moduls verbindet Fachwissenschaft und Fachdidaktik sowie universitären und schulischen Kontext: Nach einem Semester des Kennenlernens, Reflektierens und Einüben des Ansatzes „Theologisieren mit Jugendlichen“ erproben Studierende diesen in schulischen Kontexten sowohl im Gymnasium als auch in der Gemeinschaftsschule. Das Projekt wurde bereits einmal durchgeführt und mit herausragenden Ergebnissen evaluiert, der zweite Durchlauf erfolgt im SoSe 2017 und im WS 2017/18. 

2. Bibliolog in der Schule

 - Buchprojekt -

Nach zwei grundlegenden Publikationen zum Bibliolog (Bd. 1 Grundformen und Bd. 2 Aufbauformen [gemeinsam mit Maria E. Aigner]) entsteht gegenwärtig ein dritter Band, der die spezifischen Bedingungen des Handlungsfeldes Schule für den Bibliolog in den Blick nimmt. Das Werk wird 2018 im Verlag W. Kohlhammer erscheinen.

 

Geplante Forschungsprojekte

3. Dienste und Werke als Teil der Kirche

 - DFG-Antrag auf eine Sachkostenbeihilfe -

Beantragt wird ein Forschungsprojekt, das die Konstruktion der „Dienste und Werke“ bzw. der „gesamtkirchlichen Dienste“ in ihrer Entstehungsgeschichte, ihren konzeptionellen Anliegen und ihren gegenwärtigen Umsetzungsvarianten kirchentheoretisch in den Blick nimmt und als theologisch begründete Form, Kirche jenseits der Ortsgemeinde zu sein, profilieren. Es greift zurück auf Vorarbeiten im Kontext meiner Habilitationsschrift und diverse Vorträge, wird diese jedoch zuspitzen und weiterdenken. Beantragt dafür werden eine Doktorandinnenstelle (65%) sowie Sachmittel.

4. Dialogisch predigen

 - Buchprojekt -

Geplant ist ein homiletisches Buchprojekt, das die seit den Arbeiten Ernst Langes in den 1960er Jahren postulierte, aber nur ansatzweise umgesetzte dialogische Ausrichtung  des Predigens in einer Monografie aufarbeitet. Dabei soll einerseits Möglichkeiten einer dialogischen Ausrichtung und Konzeption in der klassischen Predigt bedacht werden, andererseits innovative Formen interaktiven Predigens. Das Projekt wird die theoretischen Grundlagen und Zusammenhänge dialogischen Predigens erörtern und praktische Konsequenzen für eine lebendige und ansprechende Predigt ziehen.

 

Abgeschlossene Forschungsprojekte

 5. Religioöse Vielfalt im konfessionellen Religionsunterricht Schleswig-Holsteins (ReVikoR)

 - Von der Nordkirche finanziertes Forschungsprojekt 2012-2017, durchgeführt in Kooperation mit der Universität Flensburg und der Nordkirche -

Das empirisch ausgerichtete Projekt untersucht das Erleben von und den Umgang mit der faktisch vorhandenen religiösen Heterogenität im konfessionellen Religionsunterricht in Schleswig-Holstein sowohl aus der Sicht von Lehrkräften als auch von Schüler*innen.

Für das von 2013-2017 laufende Forschungsprojekt wird von der Nordkirche die Stelle einer wissenschaftlichen Mitarbeiterin (75%) finanziert, die mit Antonia Lüdtke besetzt ist. 

Hintergrund der Studie ist die Diskussion um den Religionsunterricht mit seinem konfessionellen Bezugsrahmen: Wird dieser der faktisch vorhandenen religiösen Vielfalt in der Gesellschaft und unter den Schüler*innen – auch derjenigen, die am evangelischen Religionsunterricht teilnehmen – noch gerecht? Diverse Stimmen plädieren für eine Veränderung von einem konfessionellen zu einem konfessionsübergreifenden Religionsunterricht oder einer religiös neutralen „Religionskunde“ – jedoch weitgehend ohne methodisch fundierte Kenntnisse über den derzeitigen Umgang mit religiöser Vielfalt im jetzigen Religionsunterricht zu besitzen.

Hier setzt die ReVikoR-Studie („Religiöser Vielfalt im konfessionellen Religionsunterricht in Schleswig-Holstein“) an. Ihr Ziel ist es, am Beispiel des Bundeslandes Schleswig-Holstein zu erheben, wie im konfessionellen Religionsunterricht in Schleswig-Holstein mit der zunehmenden kulturellen und religiösen Vielfalt umgegangen und wie diese von Lehrkräften sowie Schüler*innen erlebt wird. Sie geht sowohl quantitativ wie qualitativ vor. Unter den Lehrkräften konnte eine Vollerhebung in allen Schulformen durchgeführt werden, die einen Rücklauf von 33,9% erbrachte. Zudem wurden 33 leitfadengestützte, halbstrukturierte Interviews mit Lehrkräften aller Schulformen zu ihrem Erleben und ihrem Umgang mit religiöser Vielfalt im konfessionellen Religionsunterricht geführt. Die Sicht von Schüler*innen (der weiterführenden Schulen) wurde sowohl quantitativ mit einem Fragebogen als auch qualitativ in leitfadengestützten Gruppeninterviews nach dem „Klumpenschema“ in drei Regionen Schleswig-Holsteins erhoben.

Die Ergebnisse der Lehrkräftebefragung sind veröffentlich in Uta Pohl-Patalong / Johannes Woyke / Stefanie Boll / Antonia Lüdtke / Thorsten Dittrich): Konfessioneller Religionsunterricht in religiöser Vielfalt. Eine empirische Studie zum evangelischen Religionsunterricht in Schleswig-Holstein,  Stuttgart 2016. Die Ergebnisse der Schüler*innenbefragung erscheinen im Sommer 2017 unter Pohl-Patalong, Uta / Boll, Stefanie / Dittrich, Thorsten / Lüdtke, Antonia / Richter, Claudia: Konfessioneller Religionsunterricht in religiöser Vielfalt II. Perspektiven von Schüler*innen.